Was ist besser als neue Folgen Bergretter zu schauen, die die Sehnsucht nach Bergen mehr verstärkt? – Genau, selber in die Berge zu fahren! Und das haben Papa und ich gemacht.

Am Mittwoch, dem 08.07.26, ging es nach der Zeugnisausgabe los. Um 16:41 Uhr startete der Zug in Sedlitz, früh um 6 kamen wir in Imst an. Mit dem Bus noch über das Hahntennjoch bis nach Boden.

Nach einem anstrengenden Aufstieg, der länger dauerte als auf den Schildern, kamen wir endlich an der Hanauer Hütte an. Die Hütte liegt auf einem kleineren Sattel, so dass wir sie vom Tal aus gleich sehen konnten. Das macht den Weg gefühlt nur noch länger, weil wir uns immer fragten, wie weit es denn jetzt noch sei. Hinter der Hütte erstrecken sich Berge in den Himmel und ich fühlte mich wohlig umgeben. Es führen sehr viele Wege nach oben. Es gab Möglichkeiten, die umliegenden Klettergärten zu besuchen, den Klettersteig unterhalb der Hütte zu begehen, über die Dremelscharten zur Steinseehütte zu wandern und umliegende Gipfel (sogar Mehrseillängen) zu besteigen.

Am ersten Tag kundschafteten wir erst einmal alles aus. Wir suchten die Klettergärten, liefen zu Seen. Eine kurze Schneeballschlacht an einem Schneefeld durfte natürlich nicht fehlen. Nachdem wir alles erkundet hatten, gingen wir zurück zur Hütte, aßen Abendbrot und fielen dann müde ins Bett.

Am Freitag standen wir früh auf, denn wir wollten über die östliche Dremelscharte zur Steinseehütte. Beim Aufstieg liefen uns drei Gämsen über den Weg. Ein Muttertier und zwei Kitze. Hinter der Scharte, die wir mit einem Kraxel-Aufstieg bezwingen mussten, bekamen wir nach einem steilen Bergab den Steinsee zu sehen. Eine Herde Haflingerpferde graste friedlich am See. Noch eine Badepause und wir erreichten kurz darauf die Steinseehütte. Dort gab es frisch gebackenen Kuchen. Gut gestärkt machten uns schließlich wieder auf den Rückweg. Diesmal leicht kletternd über die westliche Dremelscharte.  Oben angekommen, flogen wieder ein paar Schneebälle. Im Abstieg sahen wir erneut eine Gams. Sie präsentierte sich direkt über uns auf einem Felsen. Auch nach diesem Tag, fielen wir müde ins Bett.

Am dritten Tag hieß es wieder früh aufstehen, denn unser Ziel war die Kogelseespitze. Auf dem Hinweg, wurden wir von einer ganzen Familie großer und kleiner Murmeltiere überrascht. Wir beobachteten sie eine Weile, dann machten wir uns wieder auf den Weg. Nach einem anstrengenden Aufstieg auf die Kogelseescharte, begann der 2-3er Kletteraufstieg zum Gipfel. Auf 2647 Metern angekommen, blickten wir über die Berge als plötzlich ein großer Bartgeier über uns kreiste. Nach einer Pause und dem Eintrag ins Gipfelbuch machten wir uns auf den Rückweg, um noch zu Klettern.

Sonntag unseren letzten Bergtag, begannen wir entspannt. Wir gingen den Klettersteig unterhalb der Hütte zweimal, zunächst die einfache Variante, danach wagten wir die Schwierigkeit D. Es war eine schöne lange Kletterei, sogar mit Seilbrücke! Zum Abschluss gab es nochmal einen leckeren Kaiserschmarrn. Gestärkt machten wir uns auch schon auf den Rückweg. Im Tal hatte Papa ein Getränkedepot angelegt, so dass wir uns am Angelerbach abkühlen konnten. Wir liefen die letzte Strecke ins Dorf, bis zur Abfahrt war noch etwas Zeit. Wir stärkten uns mit einem riesigen Wiener Schnitzel, Nudelsuppe und einem Eis. 17:30 Uhr brachte uns der Bus zum Bahnhof und wir traten die nächtliche Rückreise an.

Theresa & Enrico

–> Lieben Dank an euch beide, für den tollen Bericht von eurer Tour!