Capra Ibex im Zittauer Gebirge
Vom 7. bis 9. August haben wir ein Wochenende mit Capra Ibex im Zittauer Gebirge verbracht. Auf dem Programm standen Klettern, Klettersteige und die Erkundung neuer Wandergebiete in der Region.
Unsere kleine, aber sehr motivierte Gruppe von 5 Personen kam pünktlich an der Unterkunft zur Kelchsteiner Hütte in Hain bei Oybin an. Nachdem wir uns in der Hütte eingerichtet und alle notwendigen Formalitäten mit dem Hüttenwart Steffan geklärt hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel – dem Nonnenfelsen in Jonsdorf und dem gleichnamigen Klettersteig Nonnensteig. Das ist ein schöner Klettersteig, besonders für Anfänger (Schwierigkeitsgrad A/B). Es gibt nur zwei schwierigere Abschnitte (Schwierigkeitsgrad C/D), die man jedoch über eine alternative Route umgehen kann. Ein Teil unserer Gruppe war aber noch nicht bereit, den Klettersteig zu bewältigen, und unternahm stattdessen eine Wanderung durch die malerische Felslandschaft des Nonnenfelsens. Am Treffpunkt auf der Aussichtsplattform (537 m) hatten wir einen atemberaubenden Blick auf Jonsdorf, auf die Jonsdorfer Felsenstadt und bis hin zum Isergebirge. Dort gab es auch ein kleines, gemütliches Café, in dem wir uns stärken konnten. Nach einer kurzen Pause auf dem Aussichtspunkt stiegen wir wieder hinunter nach Jonsdorf und ließen uns natürlich die Gelegenheit nicht entgehen, im Gondelteich eine fröhliche Wasserschlacht auf den Kreisbooten zu veranstalten.
Zum Abschluss des Tages besuchten wir die Schwarzwasserquelle und unternahmen eine kleine Wanderung auf dem Schäfer-Jonas-Weg durch den Märchenwald. Der Weg bietet fantastische Ausblicke und Felsformationen, und hinter den Wendungen des Pfades verstecken sich an den unerwartetsten Stellen Märchenfiguren aus Holz. Wir trafen Zwerge und Wassermänner, Waldgeister und Waldtiere und natürlich Schäfer Jonas mit seinem verlorenen Schaf, das im Gebüsch nicht so leicht zu entdecken war.
Am zweiten Tag hatten wir eine Wanderung in Richtung Burg Oybin geplant. Unterwegs wollten wir auch alle sehenswerten Felsen und Aussichtspunkte besichtigen. Unser Weg begann direkt an der Hütte und das erste Objekt zur Besichtigung war natürlich der berühmte Kelchstein. Diese beeindruckende, pilzförmige Felsformation mit einer Höhe von 17 Metern ist die Visitenkarte des Zittauer Gebirges und gilt als der anspruchsvollste Gipfel der Region. Seine besondere Form entstand durch Wind und Erosion aus Kreidesandstein. In der Nähe des Kelchsteins befinden sich die Kelchsteinwächter und zusammen bilden sie eine fantastische Felsgruppe. Der nächste Zwischenstopp unserer Wanderung war der Klettersteig „Alpiner Grat“. Dieser Klettersteig ist wesentlich komplizierter als der in der Nähe von Jonsdorf, da er einen relativ schwierigen Zustieg und zwei schwierige Abschnitte (Schwierigkeitsgrad C) umfasst. Deshalb hat sich unsere Gruppe wieder in Bergsteiger und Wanderer aufgeteilt, um sich nach etwa einer halben Stunde auf der Aussichtsplattform (570 m) wiederzutreffen, von der aus sich ein herrlicher Blick auf unser Hauptziel – die Burg Oybin – eröffnete. Nachdem wir die Aussicht genossen hatten, setzten wir unsere Wanderung fort und besuchten wunderschöne Felsen und Aussichtspunkte wie den Scharfenstein (569 m), die Böhmische Aussicht (575 m) und den Töpfer (568 m) mit einer gemütlichen Töpferbaude. Vom Töpfer gingen wir hinunter ins Goldbachtal, wo die berühmte Schmalspurbahn bei Oybin betrieben wird. Das Wetter war sehr heiß und wir haben uns entschieden, eine leckere Eispause im Kurcafé Balzer zu machen. Da trafen wir zufällig unsere Kletterfreunde aus Schwarzheide (ein unerwartetes, aber sehr angenehmes Treffen!). Den Rest des Tages widmeten wir der Besichtigung von Burg und Kloster Oybin. Die 1316 gegründete Burg liegt auf einer Höhe von 488 m. Hier herrscht die Atmosphäre des Mittelalters, die Burg beeindruckt durch ihre grandiose Größe und gotische Architektur, hier finden regelmäßig Führungen und Feste statt. Auf dem Rückweg schlossen sich uns Karin und Christian an, um uns beim Hauptziel unseres Programms – dem Klettern im Zittauer Gebirge – zu unterstützen.
Am Sonntag wollten wir die Zeit zum Klettern optimal nutzen, also kamen wir nach frühem Aufwachen und Frühstück gegen 8 Uhr an der Mönchswand an. Dieser Tag hat uns viel Freude an den zahlreichen Aufstiegen beschert und selbst die jüngsten Teilnehmer der Expedition waren sehr fleißig. Trotz der sehr heißen Wetterbedingungen sind wir ausgezeichnet geklettert und haben ein neues Klettergebiet für uns entdeckt. Die Zeit verging sehr schnell und wir hatten nicht genug Zeit, alle Möglichkeiten des Zittauer Gebirges zu schätzen, aber wir werden definitiv wieder hierher zurückkehren.
Wir sehen uns in den Bergen!
Text: Anna Dotsenko
Bilder: Philipp Liebscher






























































