Unsere Vereinsfahrt “Gemeinsam unterwegs – Klettern, Wandern, Biken, Gemeinschaft” führte uns vom 30.04.2026 bis 03.05.2026 in die Region rund um Karlsbad in den tschechischen Teil des Erzgebirges. Unsere Unterkunft lag im tschechischen Ort Bärringen – ein perfekter Ausgangspunkt für ein intensives, erlebnisreiches Wochenende.

Donnerstag:

Ankommen, Ofen an, Pizza muss sein

Direkt am Ankunftstag hieß es: ankommen, auspacken und keine Zeit verlieren – der Pizzateig musste vorbereitet werden. Während die Hütte langsam voller Leben wurde, ging es schon ans Belegen der ersten Pizzen. An diesem Abend wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt: Teig ohne Ende, Belag satt, und Pizza um Pizza wanderte durch den Ofen direkt auf den Tisch.

Nach dem Essen war noch reichlich Teig übrig – viel zu schade zum Wegwerfen. Also wurde kurzerhand umdisponiert: aus Pizzateig wurde Stockbrotteig, der am Kamin knusprig braun gebacken wurde. Danach ging es direkt in die Planung für den ersten richtigen Aktionstag. Die Programme standen schnell:

  • Mountainbike-Gruppe: Ziel Rabenberg
  • Klettergruppe: Felsenstadt Silberbach (CZ), dank Philipps starker Führerauswahl

Hexenfeuer statt Schlaf

Da wir in der Nacht der Hexenfeuer unterwegs waren, zog es uns noch spät am Abend in unser kleines Dorf. Dort saßen wir am Feuer, genossen die Stimmung und lauschten tschechischer Livemusik. Ein echtes Highlight mit besonderer Atmosphäre. Am nächsten Morgen kontrollierten die Kinder noch einmal die Lage im Ort – und wurden direkt von der Maibaumwache mit Wurst am Spieß und Kaltgetränk „belohnt“. Besser kann ein Start kaum sein.

Freitag:

Rabenberg: Schweiß, Trails und Akku-Realität

Für den Mountainbike-Nachwuchs gab es eine kleine Überraschung: Heute wurde elektrisch unterstützt durch den Trailpark Rabenberg gefahren. Und das hieß: hochstrampeln, runterballern, wieder hochkämpfen.

Respekt an Greta, die mit Bio-Bike (und gelegentlicher Zughilfe vom Papa-E-Bike) ordentlich gerissen hat. Kein Jammern, nur kämpfen – so muss das sein.

Die Trails waren top, die Abfahrten sowieso. Aber auch die Realität der Akkus hat niemand verschont: Wer den ganzen Tag fahren will, muss eben haushalten. Kein Dauer-Turbo, sondern auch mal ECO-Modus und eigene Beine.

Ich selbst wurde durch meine „Extrarunde“ in der Mittagspause bestraft: Akku leer, Rückweg im Schwerlastmodus. Das Ergebnis war ein über 30 Minuten langes, ehrliches Hochkämpfen mit Downhill-Bolide (26 Kg +Fahrer xx Kg). Das war dann das ungeplante Zusatztraining des Tages.

Währenddessen perfektionierte der Rest der Gruppe das Sprungtraining an der Dropbatterie. (ein Video dazu im Artikel auf der Vereinsseite)

Silberbach: Klettertraum in Stein gemeißelt

Parallel machte sich die Klettergruppe auf den Weg in die Felsenstadt Silberbach. Die bis zu 2m hohen Felsturme zwischen Stříbrná (Silberbach) und Přebuz (Frühbuß), sind ein kleines Gebiet mit regionaler Bedeutung für den Klettersport. Und spätestens bei den ersten Bildern im Chat, wünschte ich mir an diesem Tag lieber das Seil, als den Lenker in die Hand genommen zu haben. Die Rückkehr sprach für sich: nur strahlende Gesichter, pure Begeisterung, echte Klettermagie.

Stockbrot, Auswertung und Dauerteig

Am Abend trafen sich alle Gruppen wieder in der Hütte. Der Tag wurde ausführlich ausgewertet, erzählt, gelacht – und natürlich wieder Stockbrot gemacht. Ehrlich gesagt: Dieser Teig hatte gefühlt ein Eigenleben. Jeden Tag wurde er mehr statt weniger.

Samstag:

Alle zusammen am Fels

Der Samstag stand ganz im Zeichen des gemeinsamen Kletterns. Nach kurzer Lagebesprechung entschieden wir uns gegen die ganz hohen Gipfel – Wind und Bedingungen passten nicht.

Am Mittagsstein fanden wir dafür perfekte Bedingungen: Routen für alle Schwierigkeitsgrade, vom Einsteiger bis „hier muss man wirklich wollen“. Es wurde gekämpft, geschwitzt und gejubelt – und ja, auch das ein oder andere Hängen im Überhang gehörte dazu.

Spontan-Action: Bikepark Pleßberg

Zurück an der Unterkunft war schnell klar: Der Tag ist noch nicht vorbei. Also nochmal los – Ziel: Bikepark Pleßberg, 7 km entfernt. Eigentlich als 3 Stunden geplant. Schafften wir 4 Leute es, mit 2 E-Bikes, in 2 Tandem-Gespannen – ein Ergebnis: 1 Stunde 10 Minuten.

Die Abfahrt über den Trail „Helena“ sorgte für durchgehendes Grinsen bei allen. Fazit: Dieser Berg ist definitiv für eine Wiederholung gesetzt – mit einem Beusch in den Bikepark, der vom ehemaligen Fourcross-Weltmeister Michal Prokop aufgebaut wurde.

Abend: Grill, Feuer, Wehmut

Der Abend bestand aus Grillen, Spielen, Erzählen und erneutem Stockbrot am Kamin. Und langsam machte sich ein Gefühl breit: Ein, zwei Tage länger hier im tschechischen Erzgebirge wäre auch noch sehr schön. Es gibt hier sehr viel zu entdecken und ein Ausflug ist dieses Gebiet sicher Wert. Der Wunsch nach Wiederholung („GUKWB – Gemeinsam Unterwegs Klettern Wandern Biken“) wurde in der Abschlussrunde mehrfach geäußert. Wenn es soweit ist, werdet ihr davon erfahren.

Sonntag:

Abreise mit Bonusprogramm

Am Sonntagmorgen der klassischer Realitätscheck – Einpacken. Wie immer gilt das Gesetz der Reise, bei der Rückfahrt ist es immer physikalisch enger, als bei der Hinfahrt. Trotzdem fand jeder Rucksack, jede Tasche und auch Teilnehmer seinen Platz.

Als Abschlussprogramm ging es noch zum Nonnenfels im Schwarzwassertal bei Erlabrunn. Die beeindruckende Felswand (über 60 m, direkt an der Schwarzen Pockau) bot mit dem Walter-Keiderling-Klettersteig (350 m, B/C) ein würdiges Finale.

Und weil noch Energie da war, wurde auch die direkte D-Variante nicht ausgelassen.

Fazit

Ein Wochenende voller Bewegung, Natur, Gemeinschaft und echtem Vereinsleben. Viele starke Momente, wenig Schlaf, viel Holz im Feuer – und definitiv zu viele gute Erinnerungen für nur ein paar Tage.

Ein großes Dankeschön an alle, die dieses Wochenende möglich gemacht haben.

Es war nicht einfach nur eine Fahrt – es war ein echtes Erlebnis.

Salü
Euer Bergfreund André