Für die 1.Route der “Wanderfexe” hatten sich zehn Wanderlustige angemeldet, aber wie das Leben so spielt, waren es letztlich nur Sechse, die über die Lausche und durchs Zittauer Gebirge zogen. In aller Früh, um 7 Uhr starteten wir Richtung Jonsdorf und kurz nach 9 gings über den Jonsdorfer Märchenweg, vorbei an der  Mausefalle in der Jonsdorfer Felsenstadt zum Schwarzen Loch. Der Carolafelsen wurde erklommen und an der Steinbruchschmiede war allen klar, das die Tour anspruchsvoll, aber keinesfalls mit der harten Arbeit, die 350 Jahre hier in den Steinbrüchen verrichtet werden musste, zu vergleichen ist. Immer wieder, so auch im Bereich der kleinen und großen Orgelsteine und am Falkenstein, gabs wertvolle Tipps vom Kletter-Profi Matthias zu bekannten oder unbekannten Kletterrouten.

Die 22km-Strecke war, wie versprochen, nicht nur lang, sondern auch von sehr abwechslungsreichen Wegen gekennzeichnet. Waldboden, Felsen, schlammige Forststraßen, Stock und Stein – im wahrsten Sinne des Wortes – zumal wir auch einen Hang offroad erobern mussten. Da wurde aus dem bequemen Hochwaldambiente dann auch eher eine Dschungel-Safari mit Spurensuche. Die wilden Tiere gabs glücklicherweise schon vorher und auch erst wieder danach. Nilpferd, Bernhardiner und Krokodil wurden gesichtet. Ein einzelner Sonnenstrahl der sich dem Nieselregen entgegenstellen wollte, wurde durch den Gesang der Wanderleiterin leider vertrieben. Ansonsten gabs ein paar kurze Infos zum Kurort Jonsdorf, zum Verhalten bei Wolfskontakt und Baumbruch-Gefahr aber auch zum doppelten Nutzen einer Trillerpfeife.

Nach der 793m hohen Lausche, die uns mit stürmischem Wind empfing, gabs einen “Tankstop” im Gasthaus Lausche und an der frischen Luft dann den eigenen Proviant aus dem Rucksack. Ein kleines highlight war die “Sirny Pramen” – Schwefelquelle, die gar keine Schwefelquelle ist, aber eisenfressende Bakterien beherbergt, die für interessante schwefelgelbe Schwaden in der Quelle sorgen. Sie liegt knapp 3 km westlich der Lausche und war somit in etwa unser Wendepunkt für die Route. Auf dem Rückweg war Gelegenheit in der Chata Luz zum Kaffee einzukehren und natürlich wurde final mit Interesse der Klettersteig am Nonnenfelsen beäugt und die Qualität der Schwarzwasserquelle gemessen. Gegen 17:15 Uhr waren wir nach knapp 6 Stunden reiner Laufzeit und 870 m bergauf und 770 m bergab wieder in Jonsdorf. Alle durften sich ihrer schlammigen Schuhe entledigen und sich in Socken oder Filzlatschen nach Senftenberg kutschieren lassen. Ich sag’s mal so, am 08.11. bin ich  auf alle Fälle wieder dabei.

Eure Wanderleiterin Anke